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Interview mit Dr. Harald Knyrim

Interview mit Dr. Harald Knyrim

Die Herausforderungen an Unternehmen und deren Mitarbeiter steigen aufgrund von einer globalisierten Arbeitswelt und Wettbewerbsdruck stetig. Rückenschmerzen, Bandscheibenvorfälle oder auch psychische Erkrankungen, können die Folgen aus sich wandelnden Arbeitsbedingungen sein. Ein betriebliches Gesundheitsmanagement soll den Faktor Gesundheit im Unternehmen integrieren und die Gesundheit der Mitarbeiter fördern und damit Unternehmen erfolgreicher gestalten. Welche Themen rund um BGM heute aktuell sind, erklärt Dr. Harald Knyrim, Leiter des Betrieblichen Gesundheitsmanagements am Gesundheitszentrum Federsee in Bad Buchau, im Interview.

Demographischer Wandel, Fachkräftemangel, Change Management - was ist für Sie die heute wichtigste Aufgabenstellung der modernen Arbeitswelt?
Die wichtigste Aufgabenstellung aus meiner Sichtweise ist, dass sich Unternehmen sehr schnell und pragmatisch auf veränderte Rahmenbedingungen anpassen können. Hierzu gehören all die oben genannten Themen, aber natürlich auch das Betriebliche Gesundheitsmanagement (BGM) in all seinen Facetten.

Welchen Branchen empfehlen Sie besonders das aktive Umsetzen eines BGMs?
BGM hat etwas mit Menschen und deren Gesundheit bzw. Leistungsfähigkeit zu tun, dies ist branchenübergreifend. Daher kann ich dieses allen Unternehmen nur „wärmstens“ empfehlen.

Was bedeutet für Sie nachhaltiges betriebliches Gesundheitsmanagement?
Nachhaltigkeit ist für BGM extrem wichtig. Ich verstehe hierunter in der Sekundärprävention einen systemischen Ansatz, der sowohl eine Analyse der Situation, als auch eine fortlaufende Überprüfung der Ergebnisse der Maßnahmen beinhaltet.
Ein weiterer wichtiger Aspekt – in der Primärprävention - ist, dass wir die Mitarbeiter im BGM halten und nicht verlieren dürfen. Ziel hierbei sollte sein, dass sich der Mitarbeiter regelmäßig an Gesundheitsmaßnahmen beteiligt und somit berufsbegleitend an seiner Gesundheit arbeitet.

Ist BGM eine Aufgabe für das höhere Management?
Absolut! Dieser Personenkreis ist einer der Schlüssel für den Erfolg im Unternehmen und dasselbe gilt natürlich für das Thema BGM. Ohne motiviertes Management und motivierte Führungskräfte läuft BGM ins Leere.
Authentisch wird das Ganze, wenn das Management und die Führungskräfte selber Gesundheitsmaßnahmen durchlaufen haben und den Mehrwert dieser erfahren haben und an Ihre Mitarbeiter weitergeben bzw. kommunizieren.

Welche Vorteile bringt ein BGM für mittelständische Unternehmen und für Konzerne? Gibt es hier Unterschiede?
Einen Nutzen können beide haben, sowohl der kleine Mittelständler als auch der große Konzern. Der große Unterschied liegt eher in der Geschwindigkeit, mit der solche Maßnahmen umgesetzt werden. Hier hat der „Kleine“ eindeutig Vorteile gegenüber dem „Großen“. Wenn es um benötigte Ressourcen geht, tut sich ein Konzern oftmals leichter – aber eben auch nicht immer.

Ist BGM messbar?
Ja, allerdings sollte man dies nicht nur an einer Variablen wie, z.B. dem Krankenstand festmachen. Übrigens hängt der Krankenstand eines Unternehmens viel mehr an der unmittelbaren Führungskraft, als an einer bestimmten BGM-Maßnahme.

Als sinnvoll halte ich an dieser Stelle ein Gesundheitscockpit. Dieses umfasst nicht nur die Dimension Fehlzeiten, sondern auch noch Themen wie z.B. Durchdringung Grippeschutzimpfung, Teilnahmequoten an BGF Maßnahmen, BEM Gespräche und noch vieles mehr.

Was können die Instrumente eines BGMs sein?
Diese Instrumente hängen ganz stark von den Fragestellungen im Unternehmen ab und können mit einem Rückenschulkurs beginnen und mit der sehr komplexen Fragestellung, wie man ein Unternehmen demographiefest macht, enden. Hier ist die Bandbreite mit Tools sehr groß.

Gibt es aktuelle Trends im BGM?
Ja, in den letzten Jahren konnte man sehr gut erkennen, dass die Frage der psychischen Belastung am Arbeitsplatz immer mehr in den Vordergrund tritt.

Mit welchem Schritt beginnt man die Einführung eines BGMs in einem Unternehmen?
Ich hole mir aus meinem Unternehmen oder auch von extern die Personen an einen Tisch, die vom Thema BGM auch etwas verstehen. Danach geht es in die Analyse, hierzu kann ein Gesundheitsbericht sehr hilfreich sein. Der wichtigste Schritt im ganzen Prozess ist ein Wort mit drei Buchstaben TUN.

Worin kann Sie das Gesundheitszentrum Federsee im Rahmen von Dienstleistungen unterstützen?
Wir als Kompetenzzentrum Gesundheit mit zwei Kliniken, einem Thermalbad und einem Thermenhotel, können den Prozess BGM sehr vielfältig begleiten. Angefangen von der Beratung, wie man das Thema BGM im Unternehmen aufbaut bzw. implementiert, über ausführliche internistische Check-Up´s mit Labor, bis hin zu Gesundheitsseminare mit den Themen Burn-Out, Ernährung und Bewegung.

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